Übersicht
↓↓ FNP 09.02.10 Bücherei braucht mehr Personal
↓↓ FR 19.01.10 Gürtel sitzt zu eng
↓↓ FR 13.11.09 Eine Erfolgsgeschichte
↓↓ FNP 13.11.09 Als die Bockenheimer ihre Bücherei retteten
↓↓ FNP 10.11.07 Seeräuber heben Schatz von Käpt′n Brook
↓↓ FAZ 21.07.07 Heldin der Arbeit: Bibliotheken-Retterin
↓↓ FR 27.06.07 Demokratisches Lesen
↓↓ FR 04.06.07 Sechs Wege gegen Gewalt
↓↓ FR 15.05.07 Bibliothek mit Charme
↓↓ FW 15.03.06 Projekt in der BockenheimBibliothek stellt Ergebnisse vor
↓↓ FNP 24.02.06 Wie Kinder ihr eigenes Buch schreiben
↓↓ FNP 04.07.05 Bücherei startet Sprach-Projekt
↓↓ FR 03.04.05 Steigende Besucherzahlen in der Bücherei
↓↓ FR 03.11.04 Lese-Zeichen und Stadt sind stolz auf Bibliothek
↓↓ FW Nov. 04 Wiedereröffnung der Bockenheimer Stadtbücherei
↓↓ FNP 03.11.04 Willkommen in der neuen Bücherei
Presseartikel
 
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Bücherei braucht mehr Personal
Foto: Martin Weis Spaß macht Anne Driessen-Seiwert die Arbeit mit Kindern, die sie jedoch künftig gerne auf mehrere Schultern verteilen möchte. Foto: Martin Weis

An ihre Grenzen stoßen die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Stadtteilbibliothek Bockenheim — ohne Unterstützung ist ihr Akku bald leer.

[FNP 09.02.10] Bockenheim. Die Stadtteilbibliothek ist ein Erfolgsmodell. Während der Öffnungszeiten ist sie gut besucht, ist sie geschlossen, kommen Schulklassen und Kita-Gruppen zur Projektarbeit. Doch das Public Private Partnership zwischen Stadt und Förderverein ist unausgewogen. Immer mehr Arbeit erledigen die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder. Eine neue städtische Vollzeitstelle soll die Personalnot lindern. Der Ortsbeirat 2 verabschiedete einen entsprechenden Antrag.

Die Besucherzahlen stiegen im vergangenen Jahr noch einmal, nachdem 2008 bereits ein deutlicher Anstieg verzeichnet wurde. Pro Stunde werden 74 Medien ausgeliehen – mehr als ein Buch oder eine CD pro Minute. Während sich der Andrang am frühen Nachmittag noch in Grenzen hält, stehen die Besucher abends oft Schlange. «Die Leser haben sehr viel Geduld», lobt Anne Driessen-Seiwert, Vorstandsmitglied des Fördervereins Lese-Zeichen Bockenheim. «Wir können leider nicht schneller arbeiten.»

Rücknahme und Ausleihe sind nur an einem sogenannten Verbuchungsplatz möglich, der mit entsprechender Technik für das städtische Bibliothekssystem ausgerüstet ist. Ein zweiter Verbuchungsplatz löst das Problem jedoch nicht. Denn es fehlt Personal, das ihn bedienen könnte. Die Stadt stellt, wie im Partnerschaftsvertrag mit dem Förderverein festgehalten, eine volle Bibliothekarsstelle zur Verfügung – derzeit in der Form von zwei halben Stellen. Der Verein soll 40 Arbeitsstunden pro Woche mit ehrenamtlicher Arbeit abdecken.

Doch steigende Besucherzahlen fordern die Mitarbeiter viel mehr. Rund 65 Stunden leisten sie aktuell pro Woche, Tendenz steigend. «Noch haben wir Glück. Wir haben einen sehr fähigen Hartz-IV-Mitarbeiter, der sehr gut eingearbeitet ist und Aufgaben absolut selbstständig übernimmt. Doch er hat schon einmal verlängert und muss im März aufhören», bedauert Anne Driessen-Seiwert. Dabei könnte der Verein viel mehr Arbeit übernehmen.

Die Nachfrage nach erweiterten Öffnungszeiten ist groß. Besonders samstags wünschen sich viele Bockenheimer eine geöffnete Stadtteilbibliothek, um sich nach dem Einkauf auf der Leipziger Straße ein Buch mitnehmen zu können. Auch die Angebote für Kinder und Jugendliche könnten ausgebaut werden. «Wir führen junge Menschen mit Migrationshintergrund an die deutsche Sprache heran, regen sie beim Vorlesen zum Mitsprechen an und zeigen ihnen, wie die Bibliothek funktioniert», erklärt Driessen-Seiwert. «Wenn dann solch ein Kind zu uns kommt und einen Bibliotheksausweis beantragt, ist das ein großer Erfolg für uns.»

Damit die Vereinsmitglieder nicht dauerhaft überfordert sind, beantragte die FDP, der Bücherei eine weitere städtische Stelle zuzuweisen. Antragssteller Günter Pelke argumentierte, dass überbeanspruchte ehrenamtliche Arbeit über kurz oder lang einbreche. Dies müsse verhindert werden. Selbst mit einer weiteren vollen Bibliothekarsstelle benötige die Stadtteilbücherei geringere Zuschüsse als vergleichbare Bibliotheken.

Bis entschieden wird, ob die Stadt ihr Engagement in der Stadtteilbibliothek ausweitet, muss der Verein Lese-Zeichen Bockenheim den Großteil der Arbeit selbst stemmen. Noch immer sind die Mitglieder aktiv, die den Förderverein 2003 gründeten. Wenn ein Mitglied beispielsweise wegen Wohnortwechsel ausscheidet, ist es schwierig, die Lücke zu schließen. «Wir brauchen ehrenamtliche Mitarbeiter, die verbindlich mehr als fünf Stunden die Woche arbeiten können», weiß Anne Driessen-Seiwert. Doch trotz schwieriger Arbeitsbedingungen lässt sie sich nicht entmutigen. «Wir haben bewiesen, dass es geht und dass eine Stadtteilbücherei notwendig ist. Jetzt muss die Stadt wieder aktiv werden.»

(Frankfurter Neue Presse, Freitag 09.02.2010, Link zur Frankfurter Neuen Presse)
 
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Gürtel sitzt zu eng
Bockenheim Bücherei fordert städtische Stelle
[FR 19.01.10] Die Stadt soll in der Bockenheimer Bibliothek eine zusätzliche Stelle einrichten. "Die Grenzen dessen, was ehrenamtlich geleistet werden kann, sind dort schon lange erreicht", findet Ortsbeirat Günter Pelke (FDP). Es stünde zu befürchten, dass ohne weitere personelle Unterstützung "der Bogen bald überspannt" sei.
Der Ortsbeirat hat sich auf seiner jüngsten Sitzung dieser Sicht einstimmig angeschlossen und fordert nun von der Stadt, im Doppelhaushalt 2011/ 2012 die entsprechenden Gelder bereitzustellen.
"Die Stadt ist in der Pflicht", so sieht es auch Walter Bromba (Grüne). Schließlich habe der Förderverein Lesezeichen der Stadt vor nun mehr fünf Jahren dabei geholfen "das Gesicht zu wahren". Damals, 2003, als Bildungsdezernentin Jutta Ebeling (Grüne) den städtischen Beschluss durchsetzte und einige Stadtteilbibliotheken schließen ließ. Darunter auch die Bücherei in Bockenheim.
Um die Schließung abzuwenden, gründete sich der Förderverein Lesezeichen. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass die Bockenheimer Bibliothek als abgespeckte Version 2004 an der Kurfürstenstraße neu öffnete.
Seither trägt der Verein die Bücherei im Public-Private-Partnership mit der Stadt. Lesezeichen stellt ehrenamtlich eine volle Stelle und finanziert den Medienetat aus Spenden. Außerdem hat er die Einrichtung zur Familienbibliothek gemacht, die auch außerhalb der 16 wöchentlichen Öffnungsstunden eng mit Schulen und Kindergärten zusammenarbeitet. 2008 haben die Bockenheimer die Bücherei 33 000 Mal besucht und dabei 40 000 Medien ausgeliehen.
"Die Bücherei wird stärker genutzt als die Einrichtungen anderer Stadtteile", sagt Pelke. Sie werde aber mit viel kleinerem städtischen Anteil unterstützt. Deswegen sei es nun an der Zeit, findet er - wie auch Anne Driessen-Seiwert aus dem Vorstand des Fördervereins -, dass die Stadt sich wieder stärker engagieren müsse.
(Frankfurter Rundschau, Freitag 19.01.2010 | Kim Behrend)
 
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Eine Erfolgsgeschichte
Bockenheim Zum fünften Geburtstag der Bibliothek will der Verein mehr Engagement
[FR 13.11.09] Über eines sind sich Bildungsdezernentin Jutta Ebeling und Annette Driessen aus dem Vorstand des Fördervereins Lesezeichen an diesem Abend nicht einig geworden. Ist die Erfolgsgeschichte, die die Bockenheimer Bibliothek in den vergangenen fünf Jahren geschrieben hat, ein Hinweis auf die Tragfähigkeit des Modells des Privat-Public-Partnership? Oder kann es trotz allem nur einer — wie Driessen es nennt — "sehr guten Zwischenlösung" den Weg bereiten?
Für Ebeling jedenfalls steht fest: "Die Bockenheimer Bibliothek steht für die Chancen, die im Mangel liegen". Das sagt sie in ihrer Rede zum fünfjährigen Bestehen. Das Publikum, das zu dieser Feier gekommen ist, um später am Abend auch noch Michael Quast mit einer Stoltze Darbietung hören zu können, wollte ihr bei dieser Deutung der Ereignisse nicht folgen. Das ließen die Reaktionen deutlich erkennen.
"Ein ganzes Jahr" habe der Förderverein mit der Stadt darum gerungen, überhaupt diese kleine Version der ehemaligen Stadtteilbibliothek Bockenheim in der Kurfürstenstraße neu eröffnen zu können, sagt Driessen. Schließlich, zum Oktober 2004, hat der Förderverein dieses Ziel verwirklichen können. Seither öffnet die Bockenheimer Bibliothek ihre Türen für 16 Stunden wöchentlich. Mit "einer halben Bibliothekarin und einer halben Assistentin" sei die Arbeit trotz des "vollen Engagements" der Hauptamtlichen nicht zu schaffen. Dafür sprechen auch die Zahlen, die die Bildungsdezernentin in den Raum stellt.
Im Jahr 2008 haben die Menschen des Stadtteils 33 000 Mal in der Kurfürstenstraße vorbeigeschaut und haben dabei 40 000 mal Medien ausgeliehen. Auf die Öffnungszeiten der Bibliothek umgelegt, bedeutet das pro Stunde 66 Ausleihen. Um die Leselust im Stadtteil überhaupt befriedigen zu können, packen deswegen zahlreiche Ehrenamtliche mit an. Der Medienetat wird zu weiten Teilen vom Förderverein gestellt. Der Verein hat auch die Finger mit im Spiel, wenn es um die Lernwerkstatt, die Kinderbibliotheksarbeit und die kulturellen Veranstaltungen und Lesungen geht.
Der Laden läuft
So ist es dem Förderverein gelungen, Michael Quast für die Feier zu gewinnen, weil Annette Driessen in einem Chor singt, der die Auftritte von Quast manchmal begleitet. Und nun profitiert die Stadtbücherei von diesem Kontakt, denn Quast wird im November auch noch in der Stadtteilbibliothek Rödelheim zu sehen sein. Keine Frage also, der Laden läuft.
Da wundert es doch kaum, dass Ebeling den Beschluss zur Schließung der Stadtteilbibliothek Bockenheim, den sie als Bil-dungsdezernentin im Jahr 2003 durchgesetzt hat, im Nachhinein als Schlüssel zum Erfolg umdeutet. Annette Driessen aber ist nicht bereit, die Stadt aus ihrer Verant-wortung zu entlassen. Der Förderverein habe sich 2003 mit dem Ziel gegründet, in Bockenheim eine Bibliothek zu erhalten. Die Vergangenheit habe gezeigt: "Der Stadtteil braucht die Bücherei." Daraus erwachse für die Stadt eine Verantwortung, der sie sich nicht länger entziehen könne. Und so wünscht sich Driessen vor allem eins: Die öffentliche Hand möge sich künftig in dieser Partnerschaft finanziell und personell wieder mehr engagieren.
(Frankfurter Rundschau, Freitag 13.11.2009 | Kim Behrend)
 
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Als die Bockenheimer ihre Bücherei retteten
Ein guter Grund zum Feiern: Seit fünf Jahren existiert die Kooperation zwischen Stadtteilbibliothek und Förderverein
[FNP 13.11.09] Todgesagte leben länger: 2003 wurde die Bockenheimer Stadtteilbibliothek geschlossen. Doch bereits ein Jahr später stand sie wieder auf: Dank einer Kooperation zwischen Stadtbücherei und Förderverein. Jetzt feiert sie ihren fünften Geburtstag.
Bockenheim. Die Stadt hatte sie schon für überflüssig erklärt, allerdings nicht mit den Protesten der Bockenheimer gerechnet, die die Schließung der Stadtteilbücherei 2003 hervor gerufen hatte. Seitdem wird Bockenheims Lesehunger über ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Stadtteilbücherei und dem Förderverein Lese-Zeichen gestillt. Nun feierte die Bockenheim-Bibliothek ihr Jubiläum Bürgermeisterin Jutta Ebeling und Kabarettist Michael Quast.
Heute ist die Bibliothek nicht mehr aus Bockenheim wegzudenken. Gut 33 000 Besucher liehen im vergangenen Jahr rund 40 000 Medien in der Kurfürstenstraße aus. Macht 66 Ausleihen pro geöffneter Stunde. Die Stadt lag also falsch in ihrem Entschluss, die Bücherei im Zuge ihres Sanierungskonzeptes 6164 neben drei weiteren Bibliotheken zu schließen, um damit Geld zu sparen. Für den Förderverein und die Stadtteilbücherei ist das bislang Erreichte jedoch nur ein Etappenziel. Oder «eine gute Zwischenlösung», wie es Annette Driessen vom Förderverein Lese-Zeichen ausdrückt. «Auf Dauer ist dies nicht tragfähig. Unser Gesamtetat geht größtenteils für den Umbau und die Ausstattung drauf», so Driessen. Jährlich stehen der Bibliothek ein Medienetat von rund 11 000 Euro zur Verfügung.
Der Erfolg der Bockenheim-Bibliothek zeigt sich auch an einem Hochkaräter, den die Einrichtung für ihren fünften Geburtstag gewinnen konnte. Kabarettist, Schauspieler und Regisseur Michael Quast las und spielte eine Stunde lang Gedichte und Geschichten des Frankfurter Mundartdichters Friedrich Stoltze.
Am Samstag, 14. November, feiert die Bibliothek in der Kurfürstenstraße 18 ab 14 Uhr ihren Geburtstag mit einem Familienprogramm mit Tombola, Literatur-Quiz, Theater und Feuerspektakel. Bei Fragen wenden sich Interessierte bitte an die Stadtbücherei Frankfurt unter der Rufnummer 2 12–3 81 70. Geöffnet hat die Bockenheim-Bibliothek dienstags von 13 bis 19 Uhr sowie mittwochs und freitags von 14 bis 18 Uhr. Auch Gruppenbesuche sind nach Voranmeldung möglich.
(Frankfurter Neue Presse, Freitag 13.11.2009, bki, Link zur Frankfurter Neuen Presse)
 
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Seeräuber heben Schatz von Käpt′n Brook
Foto: Helmut Seuffert Mit Rauschebart, Augenklappe und scharfen Degen sieht Eduardo zum Fürchten aus. Er ist auf Schatzsuche in der Stadtteilbibliothek Bockenheim. Dort trat das Theatro Barando auf und begeisterte die Kinder, die ganz still waren. Foto: Helmut Seuffert

[FNP 09.11.07] Bockenheim. Jede Menge Spaß hatten die Kinder gestern bei der Aufführung von „Der Schatz von Käpt′n Brook” des „Theatro Baraonda” in der Stadtteilbücherei Bockenheim. Das Stück wurde zum Abschluss des „Lesezauber” von Stadtbibliothek und 1822-Stiftung der Frankfurter Sparkasse gezeigt. Die Vier- bis Achtjährigen wurden damit für ihr kreatives Schaffen belohnt, das 2007 unter dem Motto „Seeräuber und Piratinnen” stand.

Vier Wochen lang konnten die Kleien Bücher zum Thema ausleihen, Filme schauen, Fahnen basteln oder malen. Allein in Bockenheim haben sich 155 Kinder an der Aktion beteiligt. Das größte Werk steht im Frankfurter Stadtwald, in dem Kinder aus Schwanheim einen Holzstamm in ein Piratenschiff verwandelt haben. Veranstaltung waren in 15 Stadtteilbibliotheken.

(Frankfurter Neue Presse, Freitag 09.11.2007, Link zur Frankfurter Neuen Presse)
 
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Heldin der Arbeit
Bibliotheken-Retterin

[FAZ 21.07.07] Ein richtiger politischer Kampf sei es gewesen, sagt Felicitas Wagner. Die Stadt wollte die Bockenheimer Stadtteilbibliothek vor vier Jahren schließen - zu teuer. Sie und ihre Mitstreiter wollten das verhindern und gründeten den Verein “Lese-Zeichen Bockenheim”. Wagner wurde Vorsitzende. Es war ein Kampf, den der Verein gewann. In etlichen Gesprächen mit Kommunalpolitikern fand man gemeinsam mit der Stadt eine Lösung. An der Kurfürstenstraße eröffnete die Bücherei mit abgespecktem Angebot neu. Eine kommunale Mitarbeiterin und mehrere Ehrenamtliche organisieren den Betrieb nun gemeinsam. Dafür ist der Verein jetzt vom “Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt” der Bundesregierung ausgezeichnet worden. Bibliotheken stünden für Chancengleichheit und Bildung, so die Begründung. Es brechen wieder bessere Zeiten an für die Büchereien in Frankfurt: Im September soll die neue Zentralbibliothek an der Hasengasse eröffnen. Und den Bockenheimern hat die Bildungsdezernentin Jutta Ebeling (Die Grünen) schon weiter Unterstützung zugesagt.

(Frankfurter Allgemeine Zeitung, Samstag 21.7.2007 (thub.)
 
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Demokratisches Lesen
Bockenheim Preis für Bibliotheksinitiative
Von Katharina Kullmer

[FR 27.06.07]«Aktiv für Demokratie und Toleranz»: So darf sich jetzt der «Lese-Zeichen»-Förderverein der Stadtteilbibliothek Bockenheim bezeichnen. Eine Ehre des «Bündnisses für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt», und 2000 Euro Preisgeld gibt es noch dazu.

Wie es dazu kam? 2006 bewarb das «Lese-Zeichen» für den bundesweiten Wettbewerb mit seinem Stadtteilprojekt «Viele Sprachen, viele Bücher». Und einiges an gerne geleisteter ehrenamtlicher Arbeit, wie Lesezeichen-Sprecherin Anne Driessen-Seiwert beschreibt: «In den Projektwochen hatten wir in der Bibliothek Lesungen von Kinderbüchern in Türkisch, Spanisch, Russisch und Englisch.» Eigentlich nur eine Aktion unter anderen, die sich der Verein für bürgerschaftliches Engagement in dem multi-ethnischen Stadtteil für ein tolerantes Miteinander dort zu eigen gemacht hat. Man wolle aber natürlich vor allem auch für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund eine Anlaufstelle sein, sagt Driessen-Seiwert. Das überzeugte die Jury.

Denn bei dem Wettbewerb werden gelungene Projekte, die sich gegen Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Diskriminierung und für den Respekt vor verschiedenen Kulturen einsetzen, ausgewählt und honoriert. Das Preisgeld beträgt zwischen 1000 und 5000 Euro. Das Bündnis will beispielhafte Aktivitäten dokumentieren und zur Nachahmung weiterempfehlen.

Seine 2000 Euro will «Lese-Zeichen» für Bücher in lesefreundlichem Großdruck für Senioren verwenden. «Wir glauben, dass das eine wichtige Zielgruppe ist. Vergangenes Jahr haben wir bereits einige Hörbücher gekauft», sagt Driessen-Seiwert. Denn der ganze Stadtteil soll lesen, voneinander profitieren, miteinander leben. Dafür musste erst Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Hartnäckige Verhandlungen

2003 entstand «Lese-Zeichen» als Bürgerinitiative für den Erhalt der Stadtteilbibliothek. Heute hat der Verein mehr als 100 Mitglieder. Zwei Bürgerbegehren, zig Veranstaltungen und letztendlich hartnäckige Verhandlungen überzeugten die politisch Verantwortlichen von der Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit einer eigenen Bibliothek in Bockenheim.

Anfang 2005 vereinbarten Stadt und Verein eine Public Private Partnership. Die Stadt verpflichtete sich, die laufenden Kosten für die Räume in der Kurfürstenstraße 18H und eine Bibliothekarsstelle zu übernehmen. «Lese-Zeichen» würde dafür eine ehrenamtliche Hilfe zur Verfügung stellen und jedes Jahr 1000 Euro für den Erwerb neuer Medien zu beschaffen. Daneben unterstützt und organisiert der Verein auch Veranstaltungen der Bücherei.

(Frankfurter Rundschau, Mittwoch 27.6.2007 | Katharina Kullmer)
 
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Sechs Wege gegen Gewalt
Ausgezeichnete Projekte aus Hessen

[FR 06.06.07] «Verpiss dich, hau ab, halt die Fresse». Rau ist der Umgangston in den Klassen, die die Schauspieler des Frankfurter Schultheater-Studios seit 1998 besuchen. Oft mündet die verbale Gewalt in Schläge und Tritte. Wenn die Schauspieler nach einem Vormittag harter Arbeit mit den Jugendlichen wieder gehen, beginnt bei denen das Nachdenken – und es eröffnet sich die Chance, den Schulalltag friedlicher zu machen.

Für den Workshop, an dem mehr als 7000 Schüler und Schülerinnen teilgenommen haben, hat das Schultheater-Studio am Dienstag den Preis «Aktiv für Demokratie und Toleranz» erhalten. Zu den sechs hessischen Preisträgern gehören der Frankfurter Verein Lese-Zeichen Bockenheim, der die Stadtteil-Bibliothek als kulturelle Anlaufstelle für die zahlreichen Migranten in Bockenheim erhalten hat, das Kaffee-Klatsch in Hanau für sozial benachteiligte Frauen und das Box-Projekt des Box-Clubs im Frankfurter Nordend, das Jugendlichen Wege zur friedlichen Konfliktlösung zeigt.

Ausgezeichnet wurde auch die Aktionswoche «Laut gegen Gewalt» von Jugendlichen in Steffenberg (Marburg-Biedenkopf). Der Ehrenpreis geht an die Initiative «Schule machen ohne Gewalt»(Smog) aus Osthessen.

Der bundesweite Wettbewerb wird vom «Bündnis für Demokratie und Toleranz» ausgeschrieben, das die Bundesministerien des Innern und der Justiz im Jahr 2000 gegründet haben.

(Frankfurter Rundschau, Mittwoch 6.6.2007 | Peter Hanack)
 
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Bibliothek mit Charme
Stadtteilbücherei ist gut besucht

[FR 15.05.07] Bockenheim. Die kleine, in einem Hinterhofgebäude beheimatete Bockenheim Bibliothek hat Charme. Es sind vor allem die Kinder, die ihre gemütlich verwinkelte Stadtteilbibliothek lieben. Mit dem braunen Samtsofa gleich bei den Kinderbuchregalen und der Lernwerkstatt die Bücher zu ganz unterschiedlichen Schulthemen bietet. So wundert es denn auch gar nicht, dass es vor allem Jungen und Mädchen waren, die beim Tag der offenen Tür vorbei schauten. Und dass das Programm mit dem Spiel «Hau die Erbse» mit Masken basteln, Zaubervorführung und Feuerspektakel in in erster Linie kindgerecht gestaltet worden war.

Seit November 2004 ist die Bücherei in der Kurfürstenstraße untergebracht. Dank Public Private Partnership mit dem Verein Lese-Zeichen Bockenheim konnte man eine Schließung verhindern, die lange drohte. Gefragt ist die Einrichtung nicht nur bei den Stadtteilbewohnern. Auch der 18jährige Ewgenij ist zum Tag der offen Tür gekommen, er lebt in Bornheim und kommt alle zwei Wochen her. Im Rollstuhl. Ein Taxi bringt und holt ihn wieder ab. Normalerweise besorgt sich Ewgenij nur schnell ein paar Trickfilm-Videos, aber am Tag der offen Tür blieb er länger.

Ingrid Sommer, die seit 16 Jahren in Bockenheim als Bibliothekarin arbeitet, teilt sich eine Stelle mit einer Assistentin, unterstützt werden die beiden von einem knappen Dutzend ehrenamtlicher Helfer.

Das Engagement des großen Teams korrespondiert mit erfreulichen Besucherzahlen. «Verglichen mit dem ersten Quartal 2005 nach unserem Auszug aus der alten Bücherei, haben wir in den ersten drei Monaten dieses Jahres 20 Prozent mehr Besucher gehabt» sagt Ingrid Sommer.

Im Jahr 2006 seien 38 000 Medien ausgeliehen worden: «Das sind immerhin 16 Prozent mehr als noch im Vorjahr» freut sich die Bibliothekarin.

(Frankfurter Rundschau, Dienstag 15.5.2007 | ANNETTE WOLLENHAUPT)
 
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Kinder machen Bücher
Projekt in der BockenheimBibliothek stellte Ergebnisse vor

Foto FW 15.03.06 [März 2006] BOCKENHEIM (red) Wie ein Buch entsteht, konnten Kinder zwischen sieben und zehn Jahren in der Stadtbücherei in Bockenheim erfahren: Am Donnerstag präsentierten die Buchmacher jetzt in der BockenheimBibliothek ihr fertiges Buch "Freunde". Bei dem vom Förderverein Lese-Zeichen Bockenheim e.V. betreuten Projekt wurden mit den Kindern Texte und Geschichten rund um das Thema "Freunde" verfasst, in Metall-Lettern gesetzt und gedruckt. Die Texte wurden in verschiedensten Techniken illustriert und schließlich fachgerecht gebunden. Ermöglicht wurde die Aktion durch die Unterstützung der IKEA-Stiftung, die die Anschaffung einer Druckerpresse samt Zubehör finanzierte. Jetzt war das Werk vollendet, der Einband gestaltet und die Buchblöcke eingearbeitet. Belohnt wird diese Arbeit für jedes Kind mit dem ersten eigenen Buch.

Foto: rechts außen Anne Driessen (Förderverein Lesezeichen) mit den teilnehmenden Kindern Max Schramm, Vincent Weber, Felix Gerbaldo, Leo Zabudkin, Nick Gietinger, Mihriban Güney, Sophia Oppermann, Can Pack und der Betreuerin Glery Cruz-deKock Foto: mm

(Frankfurter Woche, Nr 11/2006, Link zur Frankfurter Woche)
 
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Wie Kinder ihr eigenes Buch schreiben

[FNP 24.02.06] Bockenheim. Beinahe ist es fertig, Sophias erstes, selbst geschriebenes und gefertigtes Buch. Vor zehn Wochen hat die achtjährige Grundschülerin aus Bockenheim eine kleine Geschichte aufgeschrieben, nach und nach in Lettern gesetzt und schließlich mit einer Bügelpresse gedruckt. So wie sie hatten neun Kinder zwischen sieben und zehn Jahren in der Stadtteilbücherei Gelegenheit, ein eigenes Buch zu drucken. Gestern nun präsentierten die jungen Buchmacher ihr fertiges Werk namens «Freunde». Darin haben die Grundschüler aufgeschrieben, was sie gemeinsam mit ihren Freunden erlebt haben - Abenteuer und Spaß, aber auch kleine Streitereien sind Thema der jeweils zwischen fünf und zehn Zeilen langen Geschichten.

Betreut und organisiert wurde das Projekt vom Förderverein Lese-Zeichen aus Bockenheim. «Die Kinder konnte einmal in die Rolle eines Autors, Illustrators und Buchbinders schlüpfen», sagt Anne Driessen vom Förderverein, die zusammen mit Glery Cruz de Koch die Kinder unterstützt hat. «Nachdem sie ihre Geschichten aufgeschrieben hatten, mussten diese gekürzt und dann mit den kleinen Zinnlettern gesetzt werden.» Aber auch die Bilder hätten die jungen Künstler selbst auf Pappe gemalt und dann im Fadendruck vervielfältigt. «So haben sie den gesamten Entstehungsprozess eines Buches kennen gelernt», erläutert Frau Driessen. Während die Schüler gewohnt waren, ihre Texte mit einem Computer auszudrucken, hätten sie nun erfahren, wie viel Arbeit in der Erstellung eines kompletten Buches stecke. «Gerade der handwerkliche Aspekt war uns ein besonderes Anliegen.»

Daneben sei es spannend gewesen, wie aus den anfangs langen Geschichten der Kinder nach und nach druckreife Zeilen entstanden seien. «Am Anfang standen die Kinder vor leeren, einzelnen Blättern - es war faszinierend zu sehen, wie daraus im Laufe der Zeit ein kleines Buch wurde.» Über einen Zeitraum von gut zehn Wochen habe sich die Gruppe jeden Donnerstag für zwei Stunden getroffen und gemeinsam an den Büchern gearbeitet.

«Vielleicht schenke ich mein Buch meiner Mutter - die hat bald Geburtstag», sagt Sophia und verklebt den Einband mit den gebundenen Blättern. Die Ausrüstung der kleinen Druckerei konnte mit Unterstützung der IKEA-Stiftung angeschafft werden. Insgesamt seien für die vier Setzkästen samt Zubehör Kosten von rund 1000 Euro entstanden, sagt Frau Driessen. «Wir sind für diese Hilfe sehr dankbar, denn mit diesem Projekt konnten wir auch auf die Arbeit der Bibliothek aufmerksam machen», sagt sie.

Seit fast drei Jahren unterstützt der Verein Lese-Zeichen die Stadtteilbücherei Bockenheim. Gegründet wurde der Verein, als die Stadt plante, diese Einrichtung zu schließen. Rund 100 Ehrenamtliche helfen nun der Stadtteilbücherei bei der Arbeit und sichern so regelmäßige Öffnungszeiten. «Bis jetzt haben wir zirka 2500 Stunden Arbeit geleistet», teilt Frau Driessen mit.

Außer der ehrenamtlichen Hilfe hat sich der Verein weiterhin in einer Public-Private Partnerschaft mit der Stadt dazu verpflichtet, jährlich 1000 Euro für neue Medien zu beschaffen. Im Gegenzug werden die laufenden Kosten für die Räume in der Kurfürstenstraße sowie eine Bibliothekarsstelle von der Stadt getragen. Außerdem unterstützt der Verein Veranstaltungen der Bücherei und organisiert eigene. Informationen gibt es im Internet unter der Adresse: http://www.lese-zeichen-bockenheim.de. (bkl)

(Frankfurter Neue Presse, Donnerstag 24. Februar 2006,
Link zur Frankfurter Neuen Presse)
 
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Bücherei startet Sprach-Projekt
Bockenheim: Vorlesestunde international

[FNP 4.7.05] Bockenheim. Frankfurt ist eine internationale Stadt. Damit die Kommunikation ihrer Einwohner unterschiedlichster Muttersprachen untereinander auch klappt, werden Sprachkurse organisiert. Besonders Kinder haben es dann in der Schule leichter. Doch sie sollen trotzdem den Kontakt zu ihrer eigentlichen Muttersprache halten und auch einmal abseits des Elternhauses in ihrer Landessprache kommunizieren. Deshalb hatte die Stadtteilbibliothek für Samstag unter dem Motto «Viele Sprachen - viele Bücher» zu einem Nachmittag für Lese-Minis ab vier Jahren in den Bücherei-Hof eingeladen. Dabei lasen Vorleserinnen aus vier europäischen Ländern innerhalb des 2. Frankfurter Freiwilligentages aus Bilderbüchern in ihrer jeweiligen Muttersprache.

Und so konnten die Kleinen den erzählten Bildgeschichten in englischer, türkischer, spanischer und polnischer Sprache lauschen. Maria Tepper vom Zentrum Familie des Hauses der Volksarbeit fördert die Binationalität vieler Frankfurter Mädchen und Jungen und sorgt unter anderem durch die Einrichtung von mehrsprachigen Eltern-Kindgruppen nicht nur für die Unterstützung der Familiensprache, sondern fördert darüber hinaus auch die Mehrsprachigkeit. «Das ist für jeden eine große Ressource», erklärt Frau Tepper und nicht zuletzt bei einer späteren Berufsausbildung der Kinder sei Mehrsprachigkeit als Faustpfand nicht zu unterschätzen.

Dass damit besonders bei den Kindern angefangen werden sollte, liegt für Maria Tepper auf der Hand, «denn es ist wissenschaftlich bewiesen, dass es für Kinder leichter ist und sie mehr Sprache aufnehmen können, je jünger sie sind». Selbstverständlich stehe dabei auch die «individuelle Fähigkeit eines jeden Kindes im Vordergrund».

Der Lese-Nachmittag am Samstag wurde «von den Leuten und besonders den Kindern gut angenommen», zog Maria Tepper, die seit drei Jahren für das Zentrum Familie tätig ist, ein positives Fazit. Und dies sei auch sehr wichtig, «denn schließlich ist der Kindernachmittag ja eine Art Auftaktveranstaltung». Vom 27. September an werden wöchentlich im Wechsel Kinderbücher in Spanisch, Italienisch, Russisch und Türkisch vorgelesen, so dass jede dieser Sprachen einmal im Monat bei einer Kinderlesung vertreten ist.

Die Bockenheimer Bibliothek wird dafür erneut die Räume in der Kurfürstenstraße 18 zur Verfügung stellen. «Denn eine solche Veranstaltung für Kinder ist leichter annehmbar in Räumen, die dazu auch passen», meint Ingrid Sommer, Bibliothekarin in der Bücherei. «Und wo passt eine Lesung besser hin als zu uns?» Die von September an immer wöchentlich dienstags zwischen 15 und 16 Uhr stattfindenden Lesungen werden von der Stadtteilbibliothek in Zusammenarbeit mit dem Lese-Zeichen Bockenheim veranstaltet. Es handelt sich dabei um den Förderverein für die ehemalige Stadtteilbücherei in Bockenheim, die im November 2004 ­- wie viele andere im Stadtgebiet schon zuvor - ­geschlossen werden sollte.

«Mit viel Engagement sowie großer Aufbau- und Überzeugungsarbeit haben wir es geschafft, die Bibliothek in Bockenheim zu behalten», berichtet Anne Driessen vom Lese-Zeichen Bockenheim. Und dieser trägt mittlerweile in Kooperation mit der Stadt Frankfurt die finanzielle Verantwortung und zeichnet ehrenamtlich für die Geschicke der Bibliothek verantwortlich. Zum Ziel haben es sich das Zentrum Familie, die Bücherei und der Verein gesetzt, durch das regelmäßige Vorlesen von Kinderbüchern in verschiedenen Sprachen große Aufmerksamkeit zu erregen. Und dass es «von Kindergruppen und -gärten aufgenommen wird, denn auch für diese ist unser Projekt denkbar und sinnvoll», so Maria Tepper. (tok)

(Frankfurter Neue Presse, Montag 4. Juli 2005, Link zur Frankfurter Neuen Presse)
 
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Bockenheim-Bibliothek
Steigende Besucherzahlen in der Bücherei

Bockenheim 3. April 2005 PJOW Nach den ersten hundert Tagen, die sie mittlerweile in Betrieb ist, zieht die Bockenheim-Bibliothek, Kurfürstenstraße 18, eine positive Bilanz. Nachdem die Bibliothek im vergangenen Jahr beinahe Einsparungen zum Opfer gefallen wäre, wird sie seit Ende 2004 in Form einer sogenannten Public-Private-Partnership betrieben: Die Stadtbücherei Frankfurt und der Förderverein Lese-Zeichen betreiben die Bibliozhek gemeinsam. Steigende Besucherzahlen beweisen nun, dass sich das Engagement um den Erhalt der Biblothek gelohnt hat.

Wer sich für die Arbeit von Lese-Zeichen interessiert, kann sich an Anne Driessen wenden, ...

(Frankfurter Rundschau, Montag 4. April 2005 | S)
 
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Lese-Zeichen und Stadt sind stolz auf Bibliothek
Bildungsdezernentin Ebeling lobt bei der Wiedereröffnung in Bockenheim den Verein / Kooperation lässt die Kosten deutlich sinken
Von Felix Helbig
Mit viel Lob an den Verein Lese-Zeichen hat Stadträtin Jutta Ebeling (Grüne) am Dienstag die neue Bockenheim-Bibliothek in der Kurfürstenstrasse 18 eröffnet. Gemeinsam hätten Stadt und Verein, "den Mut und die Ausdauer gehabt, dieses Projekt erfolgreich durchzuziehen."
BOCKENHEIM 2. NOVEMBER. Manch "schlaflose Nacht" habe sie hinter sich gebracht, gestand die Grünen-Stadträtin gleich zu Beginn der Eröffnung. Nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vor über einem Jahr, die Bockenheimer Stadtteilbibliothek aus Kostengründen zu schliessen, sei "heftig diskutiert" worden. Dabei sei der Verein zunächst als "Verhinderer" des Beschlusses aufgetreten, so Ebeling. "Dann aber haben Felicitas Wagner und Anne Driessen frühzeitig begonnen, an einer Lösung mitzuarbeiten.".
   Das Ergebnis sei "ein richtig schöner Ort", sagte Ebeling. Es habe sich gelohnt, in den Fraktionen im Römer " Widerstände zu überwinden" und nicht zuletzt "den Kämmerer zu überzeugen". Die alte Stadtteilbibliothek habe jährlich rund 340.000 Euro für Miete und Gehälter verschlungen. In der neuen Bibliothek, die als so genannte "Public-Private-Partnership" von Stadt und Verein gemeinsam getragen wird, seien es gerade einmal noch 80.000 Euro.
   Dafür muss die neue Bockenheim-Bibliothek aber auch auf zwei Drittel des alten Bestands verzichten, zudem steht nur noch eine städtische Vollzeitstelle zur Verfügung. Das " Hau-Ruck-Verfahren" mit dem die Wiedereröffnung auch von ihrer Seite betrieben worden sei, habe auch Probleme gebracht, sagte die Dezernentin. So konnte das EDV-System für die Ausleihe noch nicht angeschlossen werden, derzeit müssen die Mitarbeiterinnen der Bücherei ausgeliehene Bücher noch von Hand eintragen. Schuld daran trage aber die Telekom, "die das nicht so schnell hinbekommen hat".
   Anne Driessen, die neben Felicitas Wagner den Vorstand von "Lese-Zeichen" bildet, zeigte sich erstaunt, ob der vielen Gäste zur Eröffnung. "Ich habe noch nie so viele Politiker in einer Stadtteilbibliothek gesehen", sagte sie. Neben dem schulpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Römer, Jürgen Hupe, und dem CDU-Landtagsabgeordneten Ulrich Caspar waren Stadtverordnete und Ortsbeiräte zur Eröffnung gekommen.
   Driessen lobte die "breite Unterstützung im Stadtteil", die den Verein zu diesem "unglaublichen Kraftakt" der Eröffnung einer neuen Bibliothek motiviert habe. Zwar seien politische Entscheidungen nicht immer leicht nachzuvollziehen, spielte sie auf den Schließungsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung an, "aber man muss diese Entscheidung ja auch nicht unwidersprochen hinnehmen".
   Der Bockenheimer Ortsvorsteher Walter Bromba (Grüne) versprach unterdessen, in sieben Jahren ebenfalls als "aktiver Helfer in der Bücherei zur Verfügung zu stehen".
Dann beginnt nämlich mein Ruhestand.

DIE NEUE BOCKENHEIM-BIBLIOTHEK in der Kurfürstenstraße 18H hat ab sofort dienstags von 13 bis 19 Uhr, sowie mittwochs und freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Am Samstag, 6. November, gibt es ab 14 Uhr ein großes Eröffnungsfest in den neuen Räumen.
(Frankfurter Rundschau, Mittwoch, 3. November 2004 | Nr. 257 | S)
 
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Im Zeichen des Lese-Zeichens
Wiedereröffnung der Bockenheimer Stadtbücherei
BOCKENHEIM (mm) "Vor über einem Jahr hatten wir Sie erstmals, und seither gelegentlich immer wieder angesprochen, durch Ihre Spende zum Erhalt unserer Bockenheimer Stadtbücherei beizutragen.", so die 1. Vorsitzende des Vereins "Lese-Zeichen Bockenheim", Felicitas Wagner in einem Einladungsschreiben zur Wiedereröffnung der neuen Bockenheimer Stadtbücherei an Förderer, Bekannte und Sponsoren.
Felicitas Wagner blickte in diesem Schreiben berechtigt auf eine harte Zeit der Auseinandersetzung mit der Stadt Frankfurt zurück. Im Jahre 2003 hatte die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt, zuletzt im Oktober 2003, entschieden, die Bockenheimer Stadtbibliothek aus Kostengründen zu schließen.
Die Mitglieder von "Lese-Zeichen Bockenheim" ließen nicht locker und kämpften weiter für diese wichtige Bildungseinrichtung. Dass es ausgerechnet die Kulturdezernentin Jutta Ebeling war, aus deren Büro das Konzept kam, diese Bibliothek, im Rahmen der notwendigen Kosteneinsparungen der überschuldeten Stadt Frankfurt neben weiteren zu schließen, wurde von der 1. Vorsitzenden in der Einladung zu diesem tollen Ereignis nicht erwähnt. Sicher auch deshalb, weil Ebeling sich angesagt hatte, um während der Eröffnungsfeier in der Kurfürstenstraße 18 HH fröhlich in die Kameras lachend, der Eigeninitiative ihren Segen zu geben. So ist man erneut von Seiten der Verantwortlichen im Römer fein raus. Friede, Freude, Lesezauber!
Aber sehen wir es positiv. Was "Lese-Zeichen Bockenheim" für den ohnehin stark unter einer strukturellen Krise leidenden Stadtteil getan hat, ist mindestens einen Ehrenbrief wert, das dürfte unumstritten sein. War ja mit den Ehrenbriefen der Stadt in letzter Zeit auch nicht immer so. Sei's drum: Die Mitglieder von "Lese-Zeichen Bockenheim" machen auch keinesfalls den Eindruck, als ginge es ihnen ums Image. Sie haben in harter Arbeit und durch Unterstützung von Institutionen und Vereinen aus anderen Stadtteilen in einer immer kulturfeindlicheren Umgebung etwas erreicht, vor dem man nur den Hut ziehen kann.
Während sich an Plakatwänden die Dummheit breit macht, auf denen zu lesen steht: "Liest du noch, oder weißt Du schon?" hat sich "Lese-Zeichen Bockenheim" für das stark gemacht, ohne das eine Gesellschaft nicht existieren kann. Jetzt hat Bockenheim mit seinen 30.000 Einwohnern wieder seine ganz persönliche Stadtbibliothek.
Der Verein hat im Rahmen seiner Möglichkeiten durch ehrenamtliche Tätigkeit den Fortbestand zu sichern angeboten. Und die Stadt Frankfurt hat mit dessen Mithilfe im Mai dieses Jahres angenommen, nachdem man neue, kleinere und preiswertere Räume gefunden hatte. Die neue Stadtbücherei wurde am Dienstag, dem 2. November eröffnet. Am Samstag, dem 6. November stellte der Verein "Lese-Zeichen Bockenheim" im Rahmen eines Eröffnungsfestes die neue Bücherei am neuen Standort der Bockenheimer Bevölkerung vor.
Die öffnungszeiten der "BockenheimBibliothek" sind ab sofort dienstags von 13 bis 19 Uhr, mittwochs und freitags von 14 bis 17 Uhr.
(Frankfurter Woche von Michael Mendetzki)
 
Stadträtin Jutta Ebeling durchschneidet mit Anne Driessen das Band zur Eröffnung der Bibliothek - dabei sind Felicitas Wagner (li.) und die Politiker (im Hintergrund) schon drinnen.
 
 
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Willkommen in der neuen Bücherei
Von Stefanie Wehr
Bockenheim.   Bürgerengagement kann sich durchaus lohnen - wie sich am Beispiel der Bibliothek in Bockenheim zeigt. Ohne die Bürgerinitiative oder den Verein "Lese-Zeichen" wäre die Bockenheimer Stadtteilbibliothek längst Geschichte. Dank des Einsatzes aber von mehr als 100 Bockenheimer Bürgern, die sich im Juni 2003 zum Verein zusammenschlossen, konnte sie gestern im Hof der Kurfürstenstraße 18, neu eröffnen. Dank auch der Stadt, die sich auf ein "mutiges Projekt" eingelassen hat, wie Schul - und Bildungsdezernentin Jutta Ebeling auf der Eröffnungsfeier betonte. Ein solches Public -Private-Partnership-Modell gab es für diese Form in Frankfurt bisher nicht. "Hier treffen zwei verschiedene Kulturen aufeinander. Das am Anfang nicht alles reibungslos funktionieren wird muss klar sein, aber wir geben uns Mühe", sagte Frau Ebeling. Sie freue sich über die deutliche Kosteneinsparung für die Stadt: Mussten in der alten Bibliothek jährlich 340 000 Euro für Miete und Personalkosten ausgegeben werden, sind es jetzt nur noch 80 000 Euro. Diese reichen für eine feste Stelle und 220 Quadratmeter Bücher- und Bürofläche. Vorher waren es 750 Quadratmeter auf zwei Stockwerken.
   Auf drei Köpfe wird auch die gerettete Stelle aufgeteilt: Ingrid Sommer, die alte und neue Leiterein der Stadtteilbibliothek übernimmt eine halbe, zwei Assistentinnen übernehmen jeweils eine Viertelstelle. Die restliche Arbeit erledigen ehrenamtlich die Mitarbeiter des Vereins Lese-Zeichen.
   Und das ist nicht wenig, wie die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Anne Driessen-Seiwert, schon jetzt mitbekommen hat. "Die letzten Wochen waren schrecklich", gibt sie zu. Bis so ein Buch soweit ist, dass es ausgeliehen werden kann, muss unendlich viel gemacht werden. Das war den sechs ehrenamtlichen Bibliothekaren nicht klar - bis zu ihrer Schulung in Recherche, Ausleihe und anderen Bestandteilen des Bibliothekswesens, die von der Stadt finanziert wurde.
   Denn: Die Stadtteilbibliothek ist in das System aller Stadtbibliotheken eingebunden. Wer ein Buch leihen will, kann übers Internet den Katalog durchstöbern und sämtliche Bücher im System bei seiner Stadtteilbibliothek ausleihen. Wenn sie dort nicht im Bestand sind, können sie bis zum nächsten Tag bestellt werden, bis der Bücherbus sie bei der jeweiligen Bibliothek geholt hat. Noch dazu ist eine Panne passiert: Die Bibliothek ist zwar offiziell eröffnet, doch das Computersystem funktioniert noch nicht. Daran ist die Telekom schuld. "Wir hoffen, dass in drei Wochen die EDV läuft". Bis dahin müssen alle Vorgänge per Hand abgefertigt und noch dazu später wieder ins System eingegeben werden. "Wir müssen es mit Fassung tragen", sagt Birgit Lotz, Leiterin der Abteilung Dezentrale Bibliotheken bei der Stadtbücherei. Wegen der fehlenden EDV können in Bockenheim noch keine neuen Ausweise erstellt werden. "Das tut uns besonders leid", bedauert Birgit Lotz.
   Wer noch einen Ausweis hatte, konnte gestern ab 13 Uhr ausleihen. Prompt standen schon Kunden vor der Tür, ein Schüler lieh das erste Buch in der neuen Bibliothek aus. "So ein junger Hipp-Hopper, der wollte die "Geschichte der Germanen" lesen -ist doch toll", sagte eine der neuen "Bibliothekarinnen": Die Bibliothek sei ja gerade für junge Menschen da, die es sich nicht leisten können, ständig Bücher zu kaufen. Aus diesem Grund sind zwei Drittel der Bücher, die von der alten in die neue Bibliothek gewandert sind, für Kinder und Jugendliche. Getrennt hat man sich von vielen Sachbüchern und Nachschlagewerken. Für die Erwachsenen sind trotzdem jede Menge Krimis, Romane, Ratgeber und Reiseliteratur dabei geblieben.
Die Stadtteilbibliothek in der Kurfürstenstraße ist dienstags von 13 bis 19 Uhr, mittwochs und freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
(Frankfurter Neue Presse 3. Nov. 2004)